Fallstudie: Region Klaipėda, Litauen

Das Fallstudiengebiet ist in drei Teilfälle unterteilt und bietet eine große Auswahl an Angeboten für Küstenangler. Die Einführung einer nachhaltigen Entwicklung für den Küstenangel-Tourismussektor kann auf lange Sicht noch größere Vorteile bringen.

Untersuchungsstandorte

Die litauische Ostsee entlang der Küste kann bis zu 20 Meter tief sein. Im nördlichen Teil des Untersuchungsgebietes besteht der Meeresboden hauptsächlich aus Gestein in Kombination mit Sand. Der südliche weist eine homogenere sand-dominierte Meeresbodenstruktur auf. Der nördliche Teil des Untersuchungsgebietes steht unter starkem Einfluss einer Süßwasserströmung vom Kurischen Haff Richtung Ostsee.

Das Kurische Haff ist eine Süßwasserlagune im Südosten der Ostsee mit einem Becken in Form eines Dreiecks. Die schmale Kurische Nehrung trennt das Haff von der Ostsee. Die Länge der Küstenlinie des Haffs in Litauen beträgt 413 km. Der Rest des Haffs befindet sich auf dem Territorium der Russischen Föderation. Das Haff ist sehr flach mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3,8 Metern. Der nördliche Teil des Kurischen Haffs, der bis zu 14 Meter tief und nur 0,4 Kilometer breit ist, wurde durch industrielle Aktivitäten stark verändert.

Die Memel bildet den Hauptwasserzufluss in das Kurische Haff, das in die Ostsee mündet. Das Memeldelta mit einem Labyrinth aus Flussarmen, Kanälen, Poldern und Feuchtgebieten ist unter der Ramsar-Konvention als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und als Regionalpark geschützt. Das Delta ist sehr wichtig für die Wanderung und das Brüten von Fischen und Vögeln.

Zielfischarten:

  • Litauische Ostsee: Dorsch, Lachs, Ostseehering, Schwarzmundgrundel, Flunder, Hornhecht, Bachforelle, Stint und Steinbutt.
  • Kurisches Haff: Barsch, Rotauge, Stint, Zander, Brachse, Quappe, Hecht, Giebel.
  • Unterläufe der Memel: Brachse, Rotauge, Barsch, Hecht, Silberbrasse, Zander, Rotfeder, Schleie, Döbel, Zährte, Stint, Quappe, Wels, Rapfen, sehr selten – Lachs und Bachforelle.

Hauptangelsaison: Die Hauptangelsaison variiert je nach Fischart, hängt aber auch von der Region innerhalb des Untersuchungsgebiets ab. So bietet das Untersuchungsgebiet ganzjährig gute Angelmöglichkeiten.

Angelmethoden: Die Region Klaipéda bietet sich für eine Vielzahl von Angelmethoden, die von Spinnfischen, Schleppangeln, Posenangeln, Grundangeln und Angeln mit schwimmender Handleine vom Boot aus bis hin zu Methoden des Küstenangelns, wie Spinnfischen, Fliegenfischen und Posenangeln reichen, an. Im Winter kann man auch mit Blinkern/Fliegen, Jigköpfen oder Mugs (Tip-Up-Angeln) angeln gehen.

Zielgruppe (Kunden): Die Kunden des Küstenangelns in der Region Klaipéda sind Anwohner und Touristen, die zu Angelzwecken reisen oder die Gegend aus anderen Gründen besuchen, aber das Angeln als eine ihrer Freizeitaktivitäten nutzen. Die Region zieht Angler jeden Alters an (Hauptzielgruppe: 14 bis 65 Jahre).

Vorhandene Infrastruktur: Touristische Informationszentren, Gemeinschaftsunterkünfte, Restaurants, Bootsverleihe, Anbieter für das Freizeitangeln, Angelfachgeschäfte und Angel-Guides.

Entwicklung des Angeltourismus: In der Vergangenheit war das Untersuchungsgebiet für seine Fischerdörfer und Landwirtschaft bekannt. Heutzutage wird die Gegend stark von dem Gastronomiegewerbe bestimmt. Aufgrund mangelnder Daten wurde die Entwicklung des Küstenangeltourismus im Untersuchungsgebiet jedoch nicht erfasst.

Nachhaltigkeitsaspekte:

  • Die Schonzeiten für die Kurische Nehrung (und die Gewässer im Nemunas-Delta-Regionalpark) wurden gemäß den Gesetzen für das Binnenangeln auf Hecht, Zander, Rapfen, Quappe, Wels, Brachse sowie Edelkrebs und Schmalscherenkrebs festgelegt. In der Litauischen Ostsee wurden Schonzeiten gemäß den Regeln für das Angeln von Steinbutt und Große Maräne festgelegt. Außerdem ist das Angeln in Meeresgewässern eingeschränkt.
  • Die Neuentwicklung der Region als Freizeittourismusort zeigt die Bestrebungen, die historischen Aspekte zu erhalten. Aus diesem Grund gibt es verschiedene kulturelle Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Angeln, die die ortsansässigen Gemeinschaften zusammenbringen. Mehrere Einheimische und Stakeholder am Untersuchungsstandort nehmen an einer Reihe von Aktivitäten und Projekten u. a. zu den Themen Angeln und traditionelle Fischgerichte teil.
  • Der Angeltourismus trägt zur Diversifizierung der Wertschöpfungskette bei und bietet ganzjährige Geschäftsmöglichkeiten für die lokale Gemeinde vor Ort. In diesem Gebiet wurde ein Projekt durchgeführt, welches den Fischereisektor bei der Umschulung zu Angelanbietern unterstützte.

Bekannte Probleme: Aufgrund mangelnder Daten zum Angeltourismus in der Region Klaipéda bestehen möglicherweise eine Reihe von Problemen, die jedoch nicht erfasst wurden. Konflikte zwischen kommerzieller Fischerei und dem Freizeitangeln sind jedoch häufige Probleme.

Marketing-Slogan: Keiner (in Arbeit)

Website: Keine

Kontakt: Antanas Kontautas, Antanas.Kontautas@ku.lt, Universität Klaipėda
Eglė Mikšiūnaitė, projects@visitneringa.lt, Kultur- und Tourismus-Informationszentrum Nida

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